Für Rollenspieler, die ihrem Charakter Spieltiefe geben möchten, empfiehlt sich neben dem Charakterbogen mit den reine Werten und Eigenschaften des Charakters eine Charakterbeschreibung mit wichtigen Hintergrundinformationen und Merkmalen zu der Spielfigur.

Spielleiter kommen bei der Vorbereitung ihres Rollenspiels und während des Spiels häufig in die Situation, Nichtspielercharaktere (NSC) erschaffen und festlegen zu müssen. Auch NSCs können zu schillernden Persönlichkeiten in der Spielhandlung werden, wenn sie eine eigene Hintergrundgeschichte und besondere Merkmale und Eigenschaften besitzen. (Dies könnt ihr im Forum Link). Für Rollenspieler und Spielleiter sind daher einige Grundlagen für die Charaktererschaffung wichtig.

Neben den Spielwerten und Informationen im Charakterbogen des Spielsystems, ist der Hintergrund und besondere Persönlichkeitsmerkmale des Charakteres für das Rollenspiel relevant.

 

Wir haben uns vor diesem Hintergrund die Frage gestellt, welche Aspekte eines Rollenspielcharakters (sowohl SC als auch NSC) dem Spieler bei der Darstellung besonders hilfreich sind. Ziel der Überlegungen ist eine Art Checkliste, die eine schnelle und effiziente Charaktererschaffung für Rollenspieler und Spielleiter gleichermaßen ermöglicht. Besonders hilfreiche und wichtige Aspekte des Charakters finden am Anfang der Checkliste ihren Platz, während weniger wichtige Angaben am Schluss der Liste folgen.

 

  • Aussehen des Charakters

Auf die Beschreibung von Äußerlichkeiten eines Charakters wird in den meisten Fällen zu viel Zeit und Energie verwandt.

Tatsächlich sind äußere Merkmale wir Größe, Gewicht, Haarfarbe, Augenfarbe, Statur etc. für das Rollenspiel selten relevant. Hier ist es sinnvoller, sich auf ein oder zwei besondere Merkmale zu beschränken, durch die sich der Charakter von der Masse abhebt. Das kann eine gebeugte Körperhaltung, eine ungewöhnliche Körpergröße, eine Verletzung oder ähnliches sein.

Sehr viel wichtiger für das Spiel ist der Hintergrund und die Persönlichkeit eines Charakters.

 

  • Hintergrund des Charakters

Ein paar Hintergrundinformationen aus der Vergangenheit des Charakters helfen dem Spieler bei der Darstellung seiner Spielfigur. Ein vollständiger Lebenslauf ist nicht erforderlich. Es genügen in der Regel ein paar Schlagworte zu wichtigen Ereignissen im Leben des Charakters. Nur Ereignisse, die den Charakter nachhaltig geprägt haben, sind für das Rollenspiel von Interesse.

Mindestens sollten hier Angaben zu den Punkten Herkunft/Rasse/Volk, Elternhaus/sozialer Status und Beruf/Ausbildung gemacht werden. Je ein Schlagwort zu den genannten Aspekten verleiht dem Charakter schon eine solide Basis für das Spiel.

 

  • Persönlichkeit des Charakters 

Von sehr großer Bedeutung für die Darstellung eines Charakters im Rollenspiel ist seine Persönlichkeit. Mit Hilfe eines Bildes von der Persönlichkeit des Charakters kann man schnell ermitteln, wie der Charakter auf bestimmte Situationen reagiert.

Um effizient und schnell die wesentlichen Persönlichkeitsmerkmale eines Chrakters festzulegen bietet sich das Fünf-Faktoren-Modell "Big Five" an, bei dem alle Persönlichkeitsmerkmale auf die fünf wesentlichen Faktoren reduziert werden:

  • Neurotizismus (Emotionale Stabilität)
  • Introversion (Aktivität und zwischenmenschliches Verhalten)
  • Offenheit für Erfahrungen (Interesse an neuen Erfahrungen, Erlebnissen und Ausdrücken)
  • Verträglichkeit (Zwischenmenschliches Verhalten)
  • Gewissenhaftigkeit

Für jeden der fünf Faktoren genügt die Einordnung der jeweiligen Ausprägung für den Charakter.

 

  • Checkliste für Charaktererschaffung

Aus den oben beschriebenen Aspekten lässt sich einfach eine Checkliste ableiten, die der Rollenspieler bei der Charaktererschaffung abarbeitet. Zuerst kommen die Informationen, die den Charakter am besten beschreiben. Anschließend folgen die weiteren Aspekte mit sinkender Relevanz für die Darstellung des Charakters.

Um die Charaktererschaffung schnell und effizient zu gestalten, reichen zunächst nur wenige Schlagworte zu jedem Punkt der Checkliste. Im Laufe des Spieles kann die Beschreibung dann immer noch verfeinert werden.

Ein erster Entwurf der Liste sieht so aus:

 

  • Volk, Rasse, Stamm, Herkunft
  • Beruf, Haupttätigkeit, Ausbildung, Charakterklasse
  • Wesentliche Charakterzüge, Gewichtung "Big Five" (jeweils 4 Stufen)
  • Neurotizismus: unsicher, nervös, ängstlich -- ruhig, ausgeglichen, sorgenfrei
  • Introversion: zurückhaltend, konzentriert, unabhängig -- gesellig, aktiv, gesprächig
  • Offenheit für Erfahrungen: wissbegierig, phantasievoll, experimentierfreudig -- konventionell, konservativ, vorsichtig
  • Verträglichkeit: wohlwollend, hilfsbereit, verständnisvoll -- antagonistisch, egozentrisch, misstrauisch
  • Gewissenhaftigkeit: organisiert, sorgfältig, zuverlässig -- sorglos, unachtsam, ungenau
  • Lebensalter, Erfahrungen, Schlüsselerlebnisse
  • Lebensziel, Lebensmotto, Leitsatz
  • Stärken, Tugenden
  • Schwächen, Ängste
  • gesellschaftliche Stellung, Elternhaus, sozialer Status
  • Besonderes Aussehen, auffällige äußerliche Merkmale
  • Zahlen, Daten, Fakten (Werte in Attributen, Fertigkeiten etc.)